Schwindelbeschwerden und Bewegungstherapie

Eine wichtige Grundlage der Behandlung einer Reihe von Schwindelerkrankungen ist das Gleichgewichtstraining (auch „Vestibularistraining“ genannt). Dies entspricht einer gezielten Bewegungstherapie, mit der eine gestörte Koordination im Gleichgewichtssystem wieder synchronisiert wird.

Die 3 Säulen des Gleichgewichtssystems

Die Abbildung veranschaulicht die grundlegenden Bestandteile des Gleichgewichtssystems: das Sehen, das Fühlen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sowie deren Verschaltung im Gehirn.

Beim Vestibularistraining werden Augen-, Kopf- und Körperbewegungen in aufeinander abgestimmter Weise durchgeführt, um im Gehirn eine Kompensation bzw. Habituation (Gewöhnung) hinsichtlich des gestörten Zustands des Gleichgewichtssystems zu erreichen. Die entsprechenden Übungen werden in unserer Praxis erläutert, ggf. auf den Patienten individuell abgestimmt und können dann selbständig durchgeführt werden. Natürlich gilt es, Übungen mit erhöhter Sturzgefahr zu vermeiden.

Erkrankungen

Der Nutzen eines Vestibularistrainings beschränkt sich nicht nur auf Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, wie etwa die akute oder gestörte Kompensation nach Labyrinthausfall. Auch andere Erkrankungen, die mit chronischem Schwindel einhergehen, deren Ursache aber nicht im Innenohr liegt, können gut auf eine gezieltes Training ansprechen.

Dazu zählen die Folgen ausbehandelter Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, cerebraler Durchblutungsstörungen und nicht zuletzt der Schwindel im Alter, der meist mit einem nicht unerheblichen Sturzrisiko einhergeht.

Intensivierte Therapie bei anhaltendem Schwindel

Die Prognose der Schwindelkompensation hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie etwa dem Schweregrad der Schädigung, der Sehkraft (Stichwort Gleitsichtbrille), der Funktion des Tastsinns (verminderte Empfindlichkeit z.B. bei diabetischer Polyneuropathie), aber auch vom Alter und der Mobilität des Betroffenen.

In einigen Fällen wird mit dem klassischen Vestibularistraining eine nur unzureichende objektive und vor allem subjektive Verbesserung von Schwindel und Sturzgefahr erreicht.

Da diese Situation mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergeht und Stürze oft schwerwiegende Folgen haben können, wurden Methoden entwickelt, um die Therapieeffizienz des Vestibularistrainings zu steigern. Es ist bekannt, dass die Wirksamkeit der Gleichgewichtsübungen deutlich gesteigert werden kann, wenn dem Gehirn gleichzeitig über einen Zusatzreiz hilfreiche Zusatzinformationen präsentert werden.

Dieses Prinzip wird im sogenannten „Neurofeedback“-Verfahren verwirklicht.

Ermittlung des Sturzrisikos

Dem eigentlichen Neurofeedback-Training geht die Diagnostik der Stand- und Gangsicherheit voraus. Zur Anwendung kommt hier die sogenannte „mobile Posturographie“, eine Weiterentwicklung der klassischen diagnostischen Wackelplattform. Das moderne Verfahren erlaubt nicht nur eine Objektivierung und Quantifizierung der Schwindelbeschwerden, zusätzlich wird die koordinierte Gleichgewichtsreaktion des Körpers in alltagsnahen Situationen (Gehen, Balancieren, Treppensteigen usw.) untersucht.

Die Messungen erfolgen mit einem Gürtel, der um die Hüfte gelegt wird. Ein Bewegungssensor am Gürtel misst während der Testdurchführung die Körperschwankungen in zwei Ebenen (Sagittal- und Transversalebene), um integrativ die Körperposition im Raum zu bestimmen. Durch Abgleich mit intern gespeicherten alters- und geschlechtsbezogenen Normwerten wird zudem ein Sturzrisiko errechnet.

In der abschließenden Testauswertung wird dargestellt, bei welchen Testkonditionen die größten Defizite liegen, also worin die Ursachen des individuellen Sturzrisikos bestehen. Aus dieser Information läßt sich ein gezieltes Neurofeedback-Training ableiten.

Die Ermittlung des Sturzrisikos bieten wir Ihnen auch als eigenständige Leistung im Sinne eines Sturzrisiko-Screenigs an.

Vibrotaktiles Neurofeedback-Training

Das Training konzentriert sich auf die Übungen, die bei der vorangegangenen Messung auffällig waren. Dabei reagiert der Gürtel auf übermäßige Körperschwankungen mit einer entgegen gesetzten Vibration. Dieser zusätzliche Reiz unterstützt die Ausbildung und Verknüpfung von Nervenbahnen im Gehirn („Gleichgewichts-Gedächtnis).

Das Gerät erlaubt am Anfang des Trainings ein größeres Schwanken und wird mit jedem Trainingstag empfindlicher eingestellt. Das Training umfasst insgesamt 10 Tage, die innerhalb von 2 bis 5 Wochen absolviert werden sollten.

In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass mit dem Neurofeedback-Training eine deutliche Verbesserung der Schwindelbeschwerden zu erreichen ist. Beim Altersschwindel wird etwa eine Verminderung der Körperschwankung um durchschnittlich 38% erzielt, die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt bei 91%.

Nach der Therapie wird die Eingangsmessung wiederholt. Auf diese Weise erhalten Sie einen direkten Vergleich Ihres Sturzrisikos vor und nach dem Training.

Bei Fragen und für weitere Informationen stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung.

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Dr. med. Slavomir Biedron

Facharzt für
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Audiologe/Neurootologe (BV HNO)

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